Gartentipps des Monats Juli

Pflanzenschutz: Schadbilder – Bekämpfung

Der Buchsbaumzünsler

Falter: unscheinbar, vor allem nachts aktiv. Flügelspannweite zwischen 4 und 4,5 cm. Flügel weiß mit braunem Rand, schimmert leicht lilafarben. Lebt 10 Tage und legt etwa 150 Eier. Daraus entstehen …

…Raupen: grün und gelb mit dunklen Punkten, bis zu 5 Zentimeter lang, schwarzer Kopf. Fressen an Blättern und Rinde, Verpuppung erfolgt nach 3 bis 10 Wochen in einem Kokon in den Blättern. Nach einer Woche schlüpfen die Falter. Mit den Raupen müsst ihr rechnen im März/April, im Juni und etwa im August. Je nach Witterung kann sich das auch verschieben.

Überwinterung der Raupen erfolgt in Gespinsten am Buchsbaum, ab Mitte März sind die Tiere ab Temperaturen von 8 °C aktiv. Bei günstigen Bedingungen können mehrere Generationen pro Jahr auftreten.

Farblich gut getarnt sind die Raupen des Buchsbaumzünslers. Wer sie entdecken will,

  1. …biegt am besten die Zweige des Buchsbaums auseinander. 
  2. …hält im Inneren des Strauchs auch Ausschau nach den Gespinsten, in denen die jungen Raupen leben. 
  3. …schaut auf dem Boden nach! Dort seht ihr oft hellgrüne Kotkrümel oder grünbraunen Matsch unter den Buchsbaumpflanzen.
  4. Kontrollieren müsst ihr auf jeden Fall zwischen Mitte März und Ende August. Der Fraßschwerpunkt liegt im Juni.

Tipps zum Kampf gegen den Buchsbaumzünsler

Neudomon BuchsbaumzuenslerFalle

Frühzeitig entdecken könnt ihr den Buchsbaumzünsler mit der Neudomon Buchsbaumzünsler Falle. Die mit dem Sexuallockstoff der Weibchen bestückte Falle hängt ihr ab Mai in etwa zwei Meter Entfernung von den Buchsbäumen auf. In der Umgebung umherschwirrende männliche Falter fliegen in die Falle und können nicht mehr heraus. Wenn ihr Falter fangt, könnt ihr etwa eine Woche später mit den ersten Raupen rechnen und gegen sie vorgehen. 
Mechanisch bekämpfen könnt ihr eure Buchsbäume vor allem bei geringem Befall, indem ihr die Raupen mitsamt den Gespinsten mit scharfem Wasserstrahl abspritzt oder mit dem Staubsauger absaugt und dann mit dem Hausmüll in geschlossenen Behältern entsorgt. Vorher solltet ihr eine Kunststofffolie zum Sammeln auslegen! Manche Gärtner nehmen sich die Zeit, die Raupen mit der Hand abzusammeln – da muss man Geduld haben… Um die Raupen alle zu erreichen, kann ein Rückschnitt hilfreich sein. Dem Buchs macht das nichts aus, man hat aber bessere Chancen, alle Tiere zu erwischen. Beim Formschnitt solltet ihr das Schnittgut restlos entfernen.
Schwarze Haube Für einzelne Buchspflanzen hat sich eine schwarze Folienhaube bewährt, die ein paar Stunden bei Sonne über die Pflanzen gezogen wird: Die Hitzeentwicklung lässt die Raupen absterben, den Buchsbäumen macht das nichts aus.
Gezielt bekämpfen könnt ihr mit dem biologischen Xentari Raupenfrei, das in seiner Wirkung auf den Bacillus thuringiensis setzt.

Weiße Fliege erkennen und bekämpfen

Mottenschildlaus ist der eigentliche Name der weißen Fliege
die Larve sitzt meist unbeweglich auf der Blattunterseite

Steckbrief Weiße Fliege

Name: Unter dem Namen „Weiße Fliege“ fasst man verschiedene Arten von Mottenschildläusen zusammen. Sie sind eng verwandt mit Schildläusen und Blattläusen. Mottenschildläuse stammen ursprünglich aus Mittelamerika. 

Erwachsene Tiere: Die etwa 2 mm großen Insekten haben weiße, dachartig gestellte Flügel, die sich über den hellgelben Körper legen. Die Flügel wirken wie mit Mehl bepudert. Es handelt sich dabei um eine Art Wachsschicht, die die Tiere vor Austrocknung und auch Nässe schützt. Ihre Hinterbeine besitzen eine starke Sprungmuskulatur. Die Weiße Fliege sitzt bevorzugt auf der Blattunterseite. Sie fliegt bei der geringsten Bewegung auf, um sich dann aber gleich wieder niederzulassen. Unter günstigen Bedingungen über 20 °C entwickelt sich eine Generation in vier Wochen, jedes Weibchen kann 400 Eier legen. Vier bis fünf Generationen sind pro Jahr möglich.

Eiablage: Eier werden an der Blattunterseite im Halbkreis abgelegt. Sie sind milchig weiß,  dunkeln dann nach.

Larven: Die flachen Larven erinnern an Schildläuse, sind gelblich bis transparent. Nur das erste Stadium ist beweglich, ältere Larven sitzen unbeweglich blattunterseits. Sie saugen aus den Leitungsbahnen der Pflanzen den zuckerhaltigen Pflanzensaft. Das letzte Larvenstadium frisst nichts mehr und ist deshalb schwer zu bekämpfen. 

Wirtspflanzen: Tomaten, Paprika, Geranien, Fleißige Lieschen und Rhododendron sind bevorzugte Wirtspflanzen.

Weiße Fliege fernhalten

  1. Lüftet das Gewächshaus regelmäßig, besonders bei hohen Außentemperaturen.
  2. Setzt Pflanzen mit einem hohen Gehalt an ätherischen Ölen wie Basilikum, Bohnenkraut, Lavendel, Tagetes und Thymian neben besonders gefährdete Pflanzen.
  3. Fördert Nützlinge, die Pflanzenschädlinge in Schach halten. Sät beispielsweise Wildgärtner – Freude – Samen –Mischung
  4. Versorgt eure Pflanzen regelmäßig mit organischen Dünger.  Starke Pflanzen überstehen Schädlingsbefall besser als geschwächte.
  5. Ein Schädlingsnetz hält die Weiße Fliege vom Gemüse ab. Es wird direkt nach Aussaat oder Pflanzung über die Pflanzen gelegt. Wasser und Licht kommen hindurch, nicht aber die Schädlinge.
  6. Unkräuter wie Vogelmiere und Franzosenkraut solltet ihr aus der unmittelbaren Umgebung der Kulturpflanzen entfernen. Sie dienen auch als Überwinterungsquartier der Weißen Fliege.

Weiße Fliege bekämpfen

  • Bei Befall im Freien setzt ihr Spruzit NEEM Gemüse Schädlingsfrei ein. Der natürliche Wirkstoff stört den Entwicklungszyklus der Schädlinge, so das keine lebensfähigen Nachkommen entstehen können. An Zierpflanzen könnt ihr Spruzit Schädlingsfrei einsetzen.
  • Nur früh morgens spritzen, weil die erwachsenen Insekten dann noch träge sind und nicht wegfliegen können. 
  • Bitte gründlichst auch die Blattunterseiten mitbehandeln!

Unkraut oder doch Beikraut ?

Löwenzahn

Wie sieht er aus?
Lange, gezähnte Blätter, die in einer Rosette stehen, leuchtend gelbe Blüten und der als Pusteblume bekannte Samenstand – den Löwenzahn kennt jeder! Die Basis liegt im Untergrund: die bis ein Meter tiefe Pfahlwurzel.
Wie breitet er sich aus?
Über die Samenschirmchen, die der Wind verteilt.
Wo wächst er?
Löwenzahn zeigt stickstoffreiche, verdichtete und kalkreiche Böden an.
Gut zu wissen:
Vom Löwenzahn ist fast alles essbar, von der Wurzel über die Blätter bis zur Blüte.
Wie wird man das los?
Jätet man die Pflanzen vor der Samenreife, ist der Erfolg am größten. Aber: Die Wurzel muss raus!

Vogelmiere

Wie sieht sie aus?
Das einjährige Kraut entwickelt reich verzweigte, mit kleinen Blättern besetzte Triebe. Die Pflanzen bilden schnell dichte Teppiche. Die weißen Blüten erscheinen das ganze Jahr über.
Wie breitet sie sich aus?
Über Samen.
Wo wächst sie?
Zeigt stickstoffreiche Böden an und wächst gern an sandigen Standorten.
Positive Seiten:
Vogelmiere ist ein ziemlich vitaminreiches Wildgemüse und schmeckt roh im Salat.
Wie wird man die los?
Die Pflanzen lassen sich super jäten, weil sie nicht tief wurzeln. Da sie ganzjährig blühen ist es schwierig, alle vor dem Blühen und Versamen zu erwischen.

Quecke

Wie sieht sie aus?
Das ausdauernde Gras kann bis über einen Meter hoch werden. Im Boden breitet sie flach unter der Erde ihre wüchsigen Rhizome aus, aus denen in regelmäßigem Abstand neue Triebe sprießen.
Wie breitet sie sich aus?
Vor allem über die Rhizome, aber auch über die Samen.
Wo wächst sie?
Vor allem an offenen, besonnten Stellen und auf nährstoffreichen, oft verdichteten Böden.
Positive Seiten:
Tatsächlich sind Queckenrhizome sowie junge Blätter essbar.
Wie wird man die los?
Nur mit Geduld und Hartnäckigkeit! Und mit gründlichem Jäten, bei dem jedes noch so kleine Wurzelteil entfernt werden muss.

Kriechender Hahnenfuß

Wie sieht er aus?
Das mehrjährige Kraut bildet ein tiefreichendes Wurzelsystem und lange, flache Triebe mit gefiederten Blättern – die Blattknoten dieser Triebe schlagen wiederum Wurzeln. Ab Mai und bis in den August öffnen sich gelbe Blüten.
Wie breitet er sich aus?
Über die Blatttriebe, die sich in regelmäßigen Abständen im Boden verwurzeln, und auch über Samen.
Wo wächst er?
Hahnenfuß ist eine Zeigerpflanze für nasse, verdichtete und stickstoffreiche Böden.
Positive Seiten:
Obwohl oder gerade weil der Pflanzensaft reizend wirkt, wurde Hahnenfuß früher als Heilpflanze eingesetzt.
Wie wird man den los? Regelmäßig jäten hilft, auch wenn sich die Pflanzen fix ausbreiten.

Giersch

Wie sieht er aus?
Ausdauerndes Kraut mit dreiteiligen Blättern, die jeweils zu dritt an einem Stängel sitzen und hübschen weißen Doldenblüten. Sie sind das kleinere Übel. Das größere: das weitreichende, dichte Wurzelgeflecht, durch das sich schnell große Teppiche bilden.
Wie breitet er sich aus?
Über Ausläufer und kleinste abgebrochene Wurzelteile sowie über Samen.
Wo wächst er?
Giersch zeigt stickstoffreiche Böden an. Und er wächst quasi überall, sogar im Schatten.
Positive Seiten:
Die jungen Blätter schmecken lecker und sind reich an Mineralstoffen. Giersch ist auch als Heilpflanze im Einsatz.
Wie wird man den los?
Mühsam! Durch Jäten (vor allem früh im Jahr) könnt ihr die Giersch Teppiche zwar immer wieder zurückschlagen. Meist entstehen dabei aber neue Wurzelschnipsel, die wieder austreiben.

Breitwegerich

Wie sieht er aus?
Mehrjährige, bis 50 Zentimeter hohe Pflanzen mit breiten bzw. schmalen Blättern mit längs verlaufenden Nerven, die in einer Grundrosette stehen. Aufrechte Blütentriebe mit unscheinbaren Blütenähren und weit herausragenden Staubblättern. Bildet tiefe Pfahlwurzeln.
Wie breiten sie sich aus?
Vor allem über Samen.
Wo wachsen sie?
Breitwegerich ist eine Zeigerpflanze für stark verdichtete Böden. Spitzwegerich wächst häufig in nährstoffreichen Wiesen.
Positive Seiten: Beide Arten sind alte Heilpflanzen (v.a. Spitzwegerich), zudem sind die jungen, noch weichen Blätter roh oder gedünstet essbar.
Wie wird man die los? Durch Ausstechen der Rosetten mitsamt Wurzel. Wichtig ist, dass es nicht zur Blüte bzw. Samenreife kommt, damit sich die Pflanzen nicht noch mehr ausbreiten.

Hat Unkraut auch gute Seiten?

Ja, klar! Jede Wildpflanze hat ihren ökologischen Wert und Nutzen. Und sei es „nur“, bestimmte Standorte zu begrünen und so den Boden feucht zu halten und Erosion zu verhindern. Noch wichtiger: Wildarten sind wichtige Nahrungsquellen für heimische Insekten und bilden damit auch einen bedeutsamen Baustein in der Nahrungskette anderer Tiere, wie Vögel. Und nicht zuletzt wurden bzw. werden viele dieser Gewächse zu Heilzwecken oder in der Küche eingesetzt und verwendet.

Quellen: Text:/ Bilder: www.neudorff.de